REConf 2025:
Vortrag „Agile Coaching für Product Owner“ – Wertebasiert, strukturiert, entwicklungsorientiert

Agile Methoden sind schnell eingeführt. Wirkung entsteht trotzdem nicht automatisch. Genau darum ging es in meinem Vortrag auf der REConf 2025: Agile Coaching für Product Owner – nicht als Methodentraining, sondern als entwicklungsorientierter Matchplan, der Kultur, Werte und Kompetenzen zusammendenkt.

Product Owner stehen oft im Zentrum von Spannungsfeldern: Stakeholder wollen Planbarkeit, Teams brauchen Freiraum, Ziele sind diffus, Prioritäten wechseln, und unter Unsicherheit wird mehr abgesichert als entschieden. Viele dieser Reibungen sind keine „Methodenprobleme“, sondern Kultur- und Wertelogiken: Was als „professionell“ gilt, wie Entscheidungen legitimiert werden und wie Zusammenarbeit verstanden wird.

REConf 2025 – München

Die Konferenz für Requirements Engineering und Product Owner, die Anforderungen, Stakeholder und Zusammenarbeit wirksam gestalten – und dafür praxistaugliche Methoden und Perspektiven suchen.


Event: REConf 2025 (München)

Offizielle Seite: REConf

Was das mit Innovationskultur zu tun hat

Innovationskultur entsteht nicht durch Ideen allein. Sie entsteht, wenn Entscheidungen, Zusammenarbeit und Lernen im Alltag zur gelebten Spielphilosophie werden – auch unter Unsicherheit. Wenn Sie diese Perspektive nicht nur für Product Owner, sondern organisationsweit nutzen wollen, ist der nächste Schritt mein Inhouse-Workshop:

Workshop Innovationskultur

Interesse an einem Inhouse-Workshop oder einer Keynote?
Dann sprechen wir über Kontext, Zielgruppe und die passende Spielphilosophie für Ihre Organisation.

Worum ging es im Vortrag?

Im Kern habe ich gezeigt, wie Product Owner (und Organisationen um sie herum) entwicklungsorientiert begleitet werden können – mit einem klaren Fokus auf die Frage: Was ist in diesem Kontext die passende Spielphilosophie?

Drei Perspektiven standen im Vordergrund:

  1. Werte & Kultur sichtbar machen
    Statt nur Symptome zu behandeln („zu viele Meetings“, „zu wenig Fokus“) lohnt der Blick darunter: Welche Werte- und Denklogiken dominieren? Wie sprechen Stakeholder über Erfolg? Welche Erwartungen an Kontrolle, Tempo oder Konsens stecken dahinter? Sobald diese Muster benennbar sind, wird Führung und Kommunikation deutlich leichter.
  2. Kompetenzen gezielt entwickeln – nicht beliebig trainieren
    Product Owner brauchen mehr als Tools: Priorisierung, Kommunikation, Big Picture, Stakeholderarbeit, Entscheidungsfähigkeit. Aber welche Kompetenz ist jetzt wirklich der Engpass? Und welche Weiterentwicklung macht im aktuellen Kulturkontext Sinn? Coaching wird dann wirksam, wenn es nicht „alles ein bisschen“ macht, sondern den nächsten sinnvollen Entwicklungsschritt wählt.
  3. Spielregeln und Rahmenbedingungen ernst nehmen
    Selbst der beste PO scheitert, wenn das Spielfeld nicht passt: unklare Entscheidungslogik, widersprüchliche Zielsysteme, fehlende Rückendeckung bei Unsicherheit oder ständiges „von außen steuern“. Agile Coaching wirkt deshalb nicht nur am Individuum, sondern adressiert auch die Bedingungen, unter denen Produktarbeit stattfinden soll.


Takeaways für die Praxis

  • Agilität ist selten das Problem – Unklarheit und Absicherung sind es.
  • Coaching braucht einen Matchplan: Kulturmuster erkennen → Spielphilosophie ableiten → konkrete Spielzüge im Alltag testen.
  • Wirkung entsteht, wenn Ziele, Entscheidungen und Zusammenarbeit im Alltag zusammenpassen – nicht, wenn man nur Frameworks tauscht.


Brücke: Warum das direkt zur Innovationskultur führt

Product Owner arbeiten immer im Innovationskontext: neue Produkte, digitale Services, veränderte Kundenbedürfnisse, Abhängigkeiten. Innovationskultur entsteht dann, wenn Organisationen Lernen, Verantwortung und Entscheidungsfähigkeit im Alltag verankern – nicht als Event, sondern als Spielstil.