Kartenset „Agile Prinzipien & Teamsport“ – die 12 agilen Prinzipien als Spielzüge

Ein kurzer Einstieg

Agilität wird oft über Frameworks diskutiert. In der Praxis entscheidet aber etwas anderes: Ob Teams die Prinzipien wirklich leben – also wie sie lernen, liefern, zusammenarbeiten und besser werden. Genau dafür gibt es mein Kartenset „Agile Prinzipien & Teamsport“: Die 12 agilen Prinzipien als greifbare Spielzüge, erklärt mit Analogien aus dem Teamsport.

Kartenset "Agile Prinzipien & Teamsport"

Wenn Sie Agilität wieder auf den Platz bringen wollen – als Haltung, nicht als Meeting-Kalender: Hier finden Sie meinen Vortrag „Evolution der Agilität“

Warum ein Kartenset?

Im Teamsport ist klar: Ein Spiel gewinnt man nicht mit Theorie, sondern mit Training, Abstimmung, Feedback und klarem Fokus. Genau diese Logik fehlt im Unternehmensalltag oft, wenn Agilität zur Ritualroutine wird.
Ein Kartenset ist dafür ein einfaches Werkzeug:

  • Es macht Prinzipien sichtbar und besprechbar
  • Es schafft eine gemeinsame Sprache im Team
  • Es bringt Diskussionen schnell von „Meinung“ zu „nächster Spielzug“


Was steckt im Kartenset?

Jede Karte greift ein agiles Prinzip auf und übersetzt es in Teamsport-Logik: Was heißt das im Spiel? Wie erkennt man es im Alltag? Und welche Frage sollte sich ein Team dazu stellen?

Die 12 agilen Prinzipien als Teamsport-Spielzüge

  1. Früher und kontinuierlicher Kundennutzen
    Im Spiel zählt der Impact: Lieber regelmäßig Chancen verwerten als einmal den perfekten Spielzug planen.
    Reflexionsfrage: Was liefern wir als Nächstes, das wirklich nutzt?
  2. Änderungen willkommen heißen
    Gute Teams lesen das Spiel und passen sich an – statt stur am Matchplan festzuhalten.
    Reflexionsfrage: Wo blockiert uns „Plan-Treue“ mehr als sie hilft?
  3. Häufig liefern
    Kurze Spielzüge, schnelle Wirkung: Fortschritt entsteht durch Wiederholung, nicht durch Warten auf den großen Wurf.
    Reflexionsfrage: Wie können wir Lieferzyklen verkürzen?
  4. Tägliche Zusammenarbeit zwischen Fachseite und Umsetzung
    Trainerbank und Mannschaft müssen im selben Spiel sein – nicht in getrennten Räumen.
    Reflexionsfrage: Wo fehlt uns direkter Kontakt zu den Entscheidern und Kunden?
  5. Motivierte Menschen, Vertrauen und Rahmen
    Ohne Rückendeckung spielt niemand mutig. Vertrauen ist der Raum, in dem Leistung entsteht.
    Reflexionsfrage: Wo brauchen wir mehr Verantwortung statt mehr Kontrolle?
  6. Direkte Kommunikation
    Auf dem Platz zählt Zuruf und Blickkontakt – nicht das nächste Dokument.
    Reflexionsfrage: Was könnten wir klären, wenn wir wieder öfter direkt sprechen?
  7. Funktionierendes Ergebnis ist der Fortschritt
    Tore zählen. Nicht Folien, nicht Statusampeln.
    Reflexionsfrage: Was wäre ein sichtbarer Fortschritt bis zum nächsten Review?
  8. Nachhaltiges Tempo
    Eine Saison gewinnt man nicht mit Dauer-Sprint. Gute Teams halten ihr Tempo langfristig.
    Reflexionsfrage: Wo brennen wir aus – und wie stabilisieren wir unser Spiel?
  9. Technische Exzellenz und gutes Design
    Saubere Technik macht schneller – und reduziert Fehler unter Druck.
    Reflexionsfrage: Was sollten wir bewusst verbessern, damit wir leichter liefern?
  10. Einfachheit
    Im Fußball ist der einfache Pass oft der beste. Unnötige Komplexität ist ein Gegner.
    Reflexionsfrage: Was lassen wir weg, um schneller Wirkung zu erzeugen?
  11. Selbstorganisation
    Die besten Lösungen entstehen dort, wo Entscheidungen nah am Spiel passieren.
    Reflexionsfrage: Welche Entscheidungen könnten wir ins Team ziehen?
  12. Regelmäßig reflektieren und anpassen
    Videoanalyse, Training, nächstes Spiel besser: Lernen ist Teil des Spielsystems.
    Reflexionsfrage: Was ändern wir konkret – nicht „irgendwann“, sondern als nächsten Schritt?


Drei einfache und praxisnahe Einsatzformate

Format A: 12-Karten-Check (30–45 Minuten)
Jeder wählt zwei Karten: „Das läuft stark“ und „Das blockiert uns“. Danach priorisiert ihr ein Prinzip für ein Experiment.

Format B: Spielzug der Woche (15 Minuten)
Jede Woche eine Karte, eine Frage: Was machen wir nächste Woche anders, damit dieses Prinzip sichtbarer wird?

Format C: Retro-Booster (45–60 Minuten)
Karten clustern: Beibehalten, Verbessern, Stoppen. Daraus ein Experiment mit Timebox und klarer Erwartung.

Details zum Kartenset


FAQ:  Kartenset - Agile Prinzipien

  • Woher kommen die 12 agilen Prinzipien (Agiles Manifest) und wer hat sie entwickelt?

    Die 12 agilen Prinzipien wurden 2001 im Umfeld des Agilen Manifests formuliert. Eine Gruppe von 17 Entwicklern traf sich dafür in Snowbird, Utah (USA), um aus ihrer Praxis heraus einen Gegenentwurf zu schwerfälligen Softwareprozessen zu beschreiben. Die Prinzipien sind seitdem eine Art Kompass: Sie erklären, wie Teams in komplexen Umfeldern wirksam liefern, lernen und sich verbessern.

  • Für wen ist das Kartenset „Agile Prinzipien & Teamsport“ gedacht?

    Das Kartenset ist für Teams, Führungskräfte und agile Rollen gedacht, die die 12 agilen Prinzipien nicht nur „kennen“, sondern im Alltag greifbar machen wollen. Es eignet sich besonders für Workshops, Retrospektiven, Team-Checks und Kickoffs – überall dort, wo es um Zusammenarbeit, Lernkultur und Wirkung geht.

  • Was ist der Unterschied zwischen den agilen Prinzipien und einem Framework wie Scrum?

    Ein Framework beschreibt einen Ablauf und Rollen – zum Beispiel, wie man Sprints plant oder Reviews durchführt. Die 12 agilen Prinzipien beschreiben dagegen die dahinterliegende Haltung: Wie Teams liefern, lernen, mit Änderungen umgehen und Zusammenarbeit gestalten. Das Kartenset hilft, genau diese Prinzipien ins Gespräch zu bringen – unabhängig davon, ob man Scrum, Kanban oder etwas anderes nutzt.

  • Kann ich das Kartenset auch nutzen, wenn wir nicht „agil“ arbeiten?

    Ja. Die Prinzipien funktionieren auch in klassischen oder hybriden Umfeldern, weil sie grundlegende Fragen stellen: Liefern wir echten Nutzen? Lernen wir schnell? Kommunizieren wir direkt? Halten wir ein nachhaltiges Tempo? Gerade wenn Agilität „verbrannt“ wirkt, sind die Prinzipien oft der bessere Einstieg als Methodenbegriffe.

  • Was sind die 12 agilen Prinzipien einfach erklärt?

    Die 12 agilen Prinzipien sind Leitlinien für gute Zusammenarbeit und wirksame Lieferung in komplexen Projekten. Einfach gesagt: Teams liefern früh und regelmäßig echten Nutzen, arbeiten eng mit Kunden und Fachseite zusammen, reagieren flexibel auf Änderungen, setzen auf direkte Kommunikation und Selbstorganisation, achten auf Qualität und ein nachhaltiges Tempo – und verbessern sich durch regelmäßige Reflexion kontinuierlich.

  • Was haben agile Prinzipien mit einer eignen Spielphilosophie zu tun?

    Ob auf dem Fußballplatz oder im Projektteam: Erfolg entsteht nie zufällig.

    Er entsteht dort, wo Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen, sich aufeinander verlassen können und wissen, wie sie zusammenspielen wollen. Genau deshalb braucht jedes Team – ob im Sport oder in der Organisation – eine klare Spielphilosophie.


    Mit meinem Kartenset „Agilität trifft Teamsport“ möchte ich dazu einladen, diese Spielphilosophie gemeinsam zu entwickeln: durch Fragen, Diskussionen und Aha-Momente, die weit über Methodenwissen hinausgehen.


    Denn echte Agilität lebt nicht von Regeln, sondern von Haltung.

    Und wer Tugenden, Teamgeist, Taktik und Techniken ins Spiel bringt,

    kann Komplexität meistern – mit Spielintelligenz und Leidenschaft.

Wenn Sie lieber erst reinhören möchten: Im Podcast „Agile Prinzipien mit Fußball erklärt“ spreche ich über die Idee hinter den Prinzipien und warum Teamsport als Metapher so gut funktioniert.