Greator / GEDANKENtanken:
Das Runde muss ins Eckige


Keynote auf der Kölner Volksbühne über Fußball, Komplexität und die Transformation der Arbeitswelt.

Wer die Welt des Teamsports versteht, versteht auch die Transformation unserer Arbeitswelt.

2021 stand ich bei Greator / GEDANKENtanken auf der Bühne der Kölner Volksbühne, dem ehemaligen Willi Millowitsch-Theater.
Mein Vortrag trug den Titel:
„Das Runde muss ins Eckige.“


Dieser Auftritt ist für mich bis heute einer meiner wichtigsten Bühnenmomente. Nicht nur wegen der besonderen Bühne. Sondern weil in diesem Vortrag vieles zusammenkommt, was meine Arbeit bis heute prägt: Teamsport, digitale Transformation, Komplexität, Zielklarheit, Verantwortung, Teamgeist und die Frage, warum Menschen in Organisationen oft nicht das tun, was eigentlich wirksam wäre.


Der Vortrag beginnt mit einem Satz, den fast jeder kennt:

Das Runde muss ins Eckige.


Im Fußball klingt das selbstverständlich. In Unternehmen ist es oft deutlich schwieriger. Dort ist manchmal unklar, was eigentlich das Runde ist, wo das Eckige steht und warum der Ball trotz Methoden, Meetings und Transformationsprogrammen nicht ins Ziel kommt.


Warum dieser Auftritt heute noch wichtig ist

„Das Runde muss ins Eckige“ war kein klassischer Fußballvortrag. Es war ein Vortrag über die Transformation der Arbeitswelt.

Ich habe die Frage gestellt, was Unternehmen vom Fußball lernen können, wenn die Arbeitswelt digitaler, dynamischer und unberechenbarer wird. Denn im Fußball ist längst normal, was Organisationen oft stört: Überraschungen, Druck, Fehlentscheidungen, Wendepunkte und Situationen, die sich nicht exakt planen lassen.

Oder anders gesagt: Fußball ist komplex.

Kein Trainer, kein Spieler und kein Fan kann den Verlauf eines Spiels sicher vorhersagen. Genau deshalb eignet sich Teamsport so gut, um Transformation verständlich zu machen.


Auf dem Platz sieht man sofort, was in Organisationen oft abstrakt bleibt:

  • Gibt es ein klares Ziel?
  • Spielt jeder nur seine Rolle oder übernimmt jemand Verantwortung?
  • Gibt es ein echtes Teamziel oder nur Einzelziele?
  • Dürfen Menschen ihre Fähigkeiten einbringen?
  • Wird von außen übersteuert oder auf dem Spielfeld entschieden?


Aus diesen Fragen ist später ein roter Faden meiner Arbeit entstanden:

Kulturmuster sichtbar machen.
Spielphilosophie entwickeln.
Wandel wirksam gestalten.


Vom Sport zur digitalen Arbeitswelt

Mein eigenes Leben wurde lange durch Sport geprägt. Bis ich mit Ende 20 gesundheitlich einen Haken an den Leistungssport machen musste. Danach wurde aus Tartanbahn und Training ein Informatikstudium, aus Sport ein digitales Arbeitsumfeld.

Doch es dauerte nicht lange, bis ich zahlreiche Parallelen zwischen Sport und digitaler Produktentwicklung entdeckt habe.

  • Teams müssen unter Druck Entscheidungen treffen.
  • Ziele müssen klar sein.
  • Rollen helfen, dürfen aber nicht einengen.
  • Zusammenarbeit entscheidet über Wirkung.
  • Und der direkte Kontakt zum Kunden ist wie das Feedback aus dem Fanblock.


Genau diese Verbindung ist bis heute ein Kern meiner Arbeit:

Transformation trifft Teamsport.


Wenn Wenn-Dann-Regeln nicht mehr greifen

Im Vortrag nutze ich die Geschichte vom FC St. Pauli gegen Bayern München im Jahr 2002.

Bayern München war damals nicht irgendeine Mannschaft. Kurz zuvor hatte der Verein den Weltpokal gewonnen. Und dann verlor dieser Weltpokalsieger überraschend gegen den kleinen FC St. Pauli mit 1:2.

St. Pauli erklärte sich danach augenzwinkernd zum Weltpokalsiegerbesieger.

Diese Geschichte zeigt sehr einfach, was Komplexität bedeutet.

Im Fußball funktionieren keine einfachen Wenn-Dann-Regeln:

  • Wenn eine Mannschaft zwölf Eckbälle hat, heißt das nicht automatisch, dass sie drei Tore schießt.
  • Wenn ein zusätzlicher Stürmer eingewechselt wird, heißt das nicht automatisch, dass das Spiel noch gedreht wird.
  • Wenn ein Team gegen den Weltpokalsieger gewinnt, heißt das nicht, dass es eine Woche später gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner wieder gewinnt.


Genau das erleben Organisationen heute ebenfalls.

Digitale Märkte, Kundenverhalten, technische Entwicklung und Zusammenarbeit lassen sich nicht vollständig vorhersagen. Je komplexer das Spielfeld wird, desto weniger helfen starre Pläne, einfache Ursache-Wirkung-Logiken und Steuerung von außen.

Dann braucht es eine andere Form der Orientierung.

Verbindung zu meinen heutigen Vorträgen

„Das Runde muss ins Eckige“ war ein wichtiger Baustein meiner heutigen Positionierung als Keynote Speaker und Sparringspartner für Kulturwandel, Transformation und Komplexität.


Heute fasse ich diese Gedanken weiter:

  • Nicht jede Organisation spielt dasselbe Spiel.
  • Nicht jedes Team braucht dieselbe Taktik.
  • Nicht jede Transformation scheitert an der Methode.

Oft scheitert sie daran, dass Kulturmuster, Ziele, Verantwortung und Zusammenarbeit nicht zusammenpassen.

Deshalb arbeite ich heute mit der Idee der eigenen Spielphilosophie.

In meinen aktuellen Keynotes und Workshops geht es darum, Kulturmuster sichtbar zu machen, Orientierung im Wandel zu schaffen und Organisationen dabei zu helfen, den nächsten passenden Spielzug zu finden.

Warum schießt der Verteidiger das Tor?

Der zentrale Moment des Vortrags ist ein Gedankenexperiment:

Ein Verteidiger steht kurz vor Schluss frei vor dem gegnerischen Tor.
Er hat zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit A: Er schießt das Siegtor.
Möglichkeit B:
Er zieht seinen Arbeitsvertrag aus der Hose, hält ihn in Richtung Fanblock und ruft: „Ich bin hier nur fürs Verteidigen aufgestellt worden und nicht fürs Tore schießen.“

Natürlich erwarten alle Möglichkeit A.


Aber genau daraus entsteht die entscheidende Frage:

Warum schießt der Verteidiger eigentlich das Tor?


Die Antwort führt direkt in die Arbeitswelt. Denn in vielen Organisationen passiert genau das Gegenteil: Menschen halten sich an Rollen, Zuständigkeiten, Genehmigungswege oder Einzelziele, obwohl die Situation längst etwas anderes verlangt.

Der Verteidiger schießt das Tor, weil drei Dinge zusammenkommen:

  • Er kennt das Ziel.
  • Er sieht sich als Teil der Mannschaft.
  • Er darf seine Fähigkeiten frei einbringen.

Das klingt einfach. Aber genau daran scheitern viele Transformationen.


Drei Botschaften für Transformation und Zusammenarbeit

1. Menschen brauchen klare Ziele

Im Fußball kennt jeder das Ziel. Spieler, Trainer und sogar der Fanblock wissen, worum es geht. Natürlich gibt es unterschiedliche Rollen und Aufgaben. Aber das Ziel ist transparent.

In Organisationen ist das oft anders. Dort gibt es Strategien, Projekte, Kennzahlen, Bereichsziele und Einzelziele. Aber nicht immer ist klar, welches gemeinsame Ziel gerade wirklich zählt.

Wenn Menschen nicht wissen, worauf sie einzahlen sollen, entsteht Bewegung ohne Richtung.

Transformation braucht deshalb keine noch größere Sammlung an Maßnahmen. Sie braucht Klarheit darüber, welches Ziel jetzt zählt.


2. Teamziele sind stärker als Einzelziele

Ein Torwart kann sein persönliches Ziel erreichen und trotzdem steht die Mannschaft im Mittelmaß.

Wenn Manuel Neuer in einem Gedankenexperiment jedes Spiel zu null spielt, aber jedes Spiel 0:0 endet, hätte er sein Einzelziel erreicht. Die Mannschaft hätte nach 34 Spieltagen 34 Punkte. Das reicht vielleicht für den Klassenerhalt, aber sicher nicht für die Meisterschaft.

Genau das passiert auch in Unternehmen, wenn individuelle Zielsysteme wichtiger werden als gemeinsame Wirkung.

Dann optimieren Bereiche, Abteilungen oder Rollen für sich selbst, aber nicht für das Spielfeld, auf dem eigentlich gewonnen werden soll.

Transformation braucht deshalb mehr als Einzelperformance. Sie braucht Mannschaftsleistung.


3. Verantwortung braucht Freiheit auf dem Spielfeld

Wenn jede Interaktion von außen gesteuert wird, wird das Spiel langsam.

Stellen wir uns einen Verteidiger vor, der nur im eigenen Drittel bleiben darf. Er darf nur an andere Verteidiger abspielen. Für einen Pass ins Mittelfeld braucht er die Genehmigung des Trainers. Für einen langen Ball zum Stürmer braucht selbst der Trainer noch die Genehmigung des Managers auf der Tribüne.

Das Spiel wäre langsam, schwerfällig und kaum noch anpassungsfähig.

In Organisationen klingt das oft ähnlich: Zuständigkeiten, Genehmigungswege, Schnittstellen, Freigaben, Eskalationsstufen und Berichtspflichten sollen Sicherheit geben. In komplexen Situationen nehmen sie aber oft Tempo, Verantwortung und Wirkung aus dem System.

Der Verteidiger schießt das Tor, weil er es darf.

Das ist eine starke Metapher für Selbstorganisation: Menschen brauchen Ziele, Leitplanken und Rückendeckung, aber keine permanente Fernsteuerung von der Seitenlinie.


SMS an die ELF:
Das Bild aus dem Vortrag

Am Ende des Vortrags verdichte ich die Botschaft in einem Bild:

Schickt eine SMS an die ELF.


Das steht für sechs Punkte, die auch Organisationen helfen, wenn sie in komplexen Spielfeldern wirksam werden wollen.

S – Saisonziel

Jede Mannschaft braucht ein klares Ziel. Nicht nur eine Liste von Aufgaben, sondern eine Richtung, die jeder versteht.

M – Mannschaft

Transformation gelingt nicht durch Einzelkämpfer. Es braucht Teams, die gemeinsam Verantwortung übernehmen können.

S – Spielfeld

Menschen brauchen ein definiertes Spielfeld, auf dem sie sich bewegen dürfen. Ohne Spielfeld entsteht Chaos. Mit zu engen Grenzen entsteht Stillstand.

E – Etappen

Große Ziele brauchen überschaubare Etappen. Im Fußball ist es der nächste Spieltag. In Organisationen sind es kurze Lern- und Umsetzungsschritte.

L – Lasst sie doch

Wer ständig von außen steuert, verhindert Verantwortung. Wenn Menschen Ziel, Spielfeld und Rückendeckung haben, muss man sie auch spielen lassen.

F – Fähigkeiten einbringen

Menschen müssen das einbringen dürfen, was sie können. Genau dadurch entsteht Flexibilität im Team.


Was Unternehmen daraus lernen können

Der Vortrag zeigt eine einfache, aber unbequeme Wahrheit:

Viele Organisationen wollen mehr Agilität, mehr Eigenverantwortung und mehr Geschwindigkeit. Gleichzeitig halten sie an Denkweisen fest, die genau das verhindern.

  • Sie wollen Tore sehen, aber definieren Rollen zu eng.
  • Sie wollen Teamleistung, aber belohnen Einzelziele.
  • Sie wollen Geschwindigkeit, aber steuern von außen.
  • Sie wollen Innovation, aber sichern jede Bewegung ab.
  • Sie wollen Verantwortung, aber geben zu wenig Spielfeld frei.


Fußball macht diese Widersprüche sichtbar, ohne dass es theoretisch wird.

Deshalb nutze ich Teamsport als Sprache für Transformation. Nicht, weil Unternehmen Fußballvereine sind. Sondern weil man auf dem Spielfeld sofort erkennt, was Zusammenarbeit in komplexen Situationen bedeutet.


Für welche Veranstaltungen passt dieser Impuls?

Der Vortrag eignet sich besonders für Veranstaltungen, bei denen komplexe Themen verständlich, lebendig und anschlussfähig gemacht werden sollen.

Zum Beispiel für:

  • Unternehmensveranstaltungen zum Thema Transformation
  • Führungskräfte-Events
  • Agile Konferenzen
  • Kulturwandel-Formate
  • Strategietage
  • Veränderungsinitiativen
  • Veranstaltungen rund um Zusammenarbeit, Verantwortung und Selbstorganisation


Der besondere Wert liegt darin, dass Teamsport eine gemeinsame Sprache schafft. Auch Menschen ohne Methodenwissen verstehen sofort, worum es geht: Ziel, Team, Spielfeld, Verantwortung und Wirkung.


Kernaussage des Vortrags

Wer die Welt des Teamsports versteht, versteht auch die Transformation unserer Arbeitswelt.

Denn überall dort, wo es komplex wird, reichen starre Pläne, enge Rollen und Steuerung von außen nicht mehr aus. Dann braucht es klare Ziele, echte Mannschaften, ein gemeinsames Spielfeld und Menschen, die ihre Fähigkeiten frei einbringen dürfen.


Oder kurz gesagt:

Das Runde muss ins Eckige.
Aber dafür braucht es mehr als einen guten Plan.
Es braucht eine Mannschaft, die spielen darf.

Vorträge und Keynotes ANFRAGEN

FAQ zum Vortrag auf der Kölner Volksbühne "Das Runde muss ins Eckige "

  • Worum ging es im Vortrag „Das Runde muss ins Eckige“?

    Im Vortrag ging es darum, was Unternehmen von Fußball und Teamsport lernen können, wenn die Arbeitswelt komplexer, digitaler und dynamischer wird. Andreas Becker zeigte anhand von Fußballgeschichten und Gedankenexperimenten, warum klare Ziele, Teamverantwortung und Freiheit auf dem Spielfeld entscheidend sind, damit Transformation wirksam wird.

  • Warum eignet sich Fußball als Bild für Transformation?

    Fußball macht sichtbar, was in Unternehmen oft abstrakt bleibt: Ziele, Rollen, Verantwortung, Teamgeist, Taktik, Führung und Entscheidungen unter Druck. Weil kein Spiel vollständig planbar ist, eignet sich Fußball besonders gut, um Komplexität und Zusammenarbeit in dynamischen Situationen verständlich zu erklären.

  • Was bedeutet die Geschichte vom Verteidiger vor dem Tor?

    Der Verteidiger, der frei vor dem Tor steht, steht für Menschen in Organisationen, die in entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen könnten, aber durch Rollen, Regeln oder Genehmigungswege ausgebremst werden. Die Frage „Warum schießt der Verteidiger das Tor?“ führt direkt zur Frage, ob Menschen in Unternehmen Ziele kennen, sich als Teil eines Teams verstehen und ihre Fähigkeiten frei einbringen dürfen.

  • Was hat der Greator-/GEDANKENtanken-Auftritt mit den heutigen Keynotes zu tun?

    Der Auftritt war ein wichtiger Baustein der heutigen Positionierung von Andreas Becker: Transformation trifft Teamsport. Die Themen aus dem Vortrag – Komplexität, Zielklarheit, Teamziele, Verantwortung und Spielphilosophie – werden heute in Keynotes zu Kulturwandel, Wertewandel, Innovationskultur und Komplexität weitergeführt.