Workshop Agile Skalierung –
entlang von Value Streams
Ein interaktiver Inhouse-Workshop, der Value Streams sichtbar macht, daraus passende Teams, Plattformen und Arbeitssysteme ableitet und den Flow über Team- und Bereichsgrenzen hinweg verbessert.
Agile Skalierung beginnt nicht mit dem Organigramm.
Sie beginnt mit dem Wertfluss.
Workshop - Beschreibung
Wenn mehrere Teams an einem Produkt, einer Plattform oder einer komplexen Gesamtlösung arbeiten, steigen häufig nicht nur die Liefermöglichkeiten. Auch Abstimmungsaufwand, Abhängigkeiten und Wartezeiten nehmen zu.
Es entstehen zusätzliche Rollen, Meetings und Gremien. Trotzdem warten Teams auf Entscheidungen, Plattformen werden zum Engpass und wichtige Vorhaben konkurrieren um dieselben Fähigkeiten und Kapazitäten.
Der Workshop „Agile Skalierung entlang von Value Streams“ dreht deshalb die Perspektive um: Wir starten nicht mit der bestehenden Organisation, sondern mit dem Wert, der für Kunden und Nutzer entstehen soll.
Zunächst klären wir, wo ein Bedarf beginnt, welches nutzbare Ergebnis am Ende entstehen soll und welche Business Solutions diesen Wert ermöglichen. Dazu betrachten wir Produkte, Dienstleistungen, Plattformen, eigene Systeme, Fremdsysteme sowie die beteiligten Menschen und Fähigkeiten.
Aus dieser Wertsicht werden operative Value Streams und Entwicklungswertströme abgeleitet. So entsteht eine gemeinsame Sicht darauf, wie Kundennutzen entsteht und welche Teile der Organisation dafür zusammenspielen müssen.
Im nächsten Schritt untersuchen wir, welche Team-, Plattform- und Koordinationsstrukturen den Wertfluss unterstützen. Mithilfe von Team Topologies betrachten wir stream-aligned Teams, Platform Teams, Enabling Teams und Complicated-Subsystem Teams. Dabei geht es nicht darum, ein vorgegebenes Organisationsmodell zu übernehmen. Die Teamstrukturen werden aus Produkten, Systemen, Fähigkeiten, Architekturgrenzen und tatsächlichen Abhängigkeiten entwickelt.
Nicht jede Flow-Störung verlangt eine Reorganisation. Häufig kann die bestehende Organisation bestehen bleiben, wenn ihre Arbeitssysteme besser miteinander verbunden werden. Deshalb betrachten wir neben dem strukturellen Organisationsdesign auch gemeinsame Prioritäten, Entscheidungswege, Übergaben, Lieferantenbeziehungen und die Koordination über Team- und Bereichsgrenzen hinweg.
Im dritten Teil des Workshops wird der End-to-End-Flow sichtbar gemacht. Wir untersuchen, wo Arbeit wartet, welche Themen dieselbe Kapazität beanspruchen, wo Blockaden entstehen und welche langfristigen Abhängigkeiten berücksichtigt werden müssen.
Dabei betrachten wir nicht nur die Auslastung einzelner Teams. Entscheidend sind Durchlaufzeiten, parallele Arbeit, Übergabe- und Wartezeiten, Blockaden, Lieferhäufigkeit, Planbarkeit und das Erreichen der angestrebten Business Outcomes.
Value Stream Management endet damit nicht bei einer Prozessdarstellung oder einem Value Stream Mapping. Aus der gemeinsamen Analyse entstehen konkrete Organisations- und Koordinationsoptionen, passende Flow-Indikatoren und ein priorisiertes Verbesserungsbacklog.
Was Sie aus diesem Workshop mitnehmen
Lernziele:
- Die Teilnehmer verstehen den Unterschied zwischen Prozessen, operativen Value Streams und Entwicklungswertströmen.
- Sie können Kunden, Auslöser, angestrebte Ergebnisse, Business Solutions sowie beteiligte Systeme und Fähigkeiten einem Value Stream zuordnen.
- Die Teilnehmer lernen, mit Team Topologies begründete Optionen für Teams, Plattformen, spezialisierte Subsysteme und unterstützende Teams zu entwickeln.
- Sie erkennen, wann eine strukturelle Veränderung notwendig ist und wann eine bessere Koordination vorhandener Arbeitssysteme ausreicht.
- Die Teilnehmer machen Abhängigkeiten, Engpässe, Wartezeiten und zu viel parallele Arbeit im End-to-End-Flow sichtbar.
- Sie entwickeln passende Regeln für Priorisierung, Kapazität, Übergaben und teamübergreifende Entscheidungen.
- Aus den Ergebnissen entsteht eine konkrete Entscheidungsgrundlage mit Organisationsoptionen, Flow-Indikatoren und priorisierten nächsten Schritten.
Zielgruppe
Dieser Workshop richtet sich an Geschäftsführer und Vorstände, Führungskräfte in Produkt- und Entwicklungsorganisationen, Portfolio- und Produktverantwortliche, Transformations- und Skalierungsteams, Organisationsentwickler und Agile Coaches, Enterprise-, Solution- und Systemarchitekten, Engineering- und Entwicklungsleitungen sowie Verantwortliche für Plattformen, gemeinsame Services und komplexe Hardware- und Softwarelösungen.
Kurz: An alle, die mehrere Teams, Fachbereiche, Plattformen oder Lieferanten zu einer wirksamen Produkt- und Lieferorganisation verbinden und den Flow über Organisationsgrenzen hinweg verbessern möchten.
FAQ – Häufige Fragen zum Workshop
"Agile Skalierung entlang von Value Streams"
Was ist Value Stream Management?
Value Stream Management betrachtet den vollständigen Weg von einem Bedarf bis zu einem nutzbaren Ergebnis für Kunden oder Anwender.
Im Mittelpunkt steht nicht nur die Arbeit eines einzelnen Teams. Betrachtet werden auch Produkte, Systeme, Plattformen, Fachbereiche, Lieferanten, Entscheidungen und Abhängigkeiten, die für das Kundenergebnis notwendig sind.
Ziel ist es, Wert schneller, verlässlicher und mit weniger Reibungsverlusten durch das gesamte System fließen zu lassen.
Was unterscheidet einen Value Stream von einem Prozess?
Ein Prozess beschreibt, wie eine bestimmte Arbeit ausgeführt wird. Ein Value Stream betrachtet dagegen den vollständigen Weg von einem Auslöser bis zu einem nutzbaren Kundenergebnis.
Ein Value Stream kann mehrere Prozesse, Teams, Systeme und Organisationseinheiten umfassen.
Kurz gesagt:
Prozesse beschreiben Arbeit. Value Streams beschreiben Wertfluss.
Was ist der Unterschied zwischen Value Stream Mapping und Value Stream Management?
Value Stream Mapping visualisiert und analysiert einen ausgewählten Wertstrom. Dadurch werden Arbeitsschritte, Übergaben, Wartezeiten und Engpässe sichtbar.
Value Stream Management geht darüber hinaus. Es umfasst die kontinuierliche Gestaltung und Verbesserung des Wertflusses. Dazu gehören auch Organisationsdesign, Priorisierung, teamübergreifende Koordination, Flow-Kennzahlen und die Verbindung von Strategie und Umsetzung.
Value Stream Mapping macht den Wertstrom sichtbar. Value Stream Management verbessert ihn dauerhaft.
Wie werden aus Value Streams passende Teams und Arbeitssysteme abgeleitet?
Nach der Identifikation der Value Streams werden zunächst die beteiligten Business Solutions, Systeme und Fähigkeiten betrachtet.
Anschließend wird geprüft:
- Welche Änderungen treten typischerweise gemeinsam auf?
- Welche Teams können eine Lösung weitgehend Ende-zu-Ende verantworten?
- Wo werden Plattformen oder spezialisierte Subsysteme benötigt?
- Welche Fähigkeiten müssen dauerhaft oder zeitweise gebündelt werden?
- Welche bestehenden Teams müssen gemeinsam koordiniert werden?
- Welche Abhängigkeiten können reduziert und welche müssen bewusst gestaltet werden?
Daraus entstehen begründete Optionen für Teams, Plattformen, Arbeitssysteme und übergreifende Koordination.
Welche Rolle spielt Team Topologies im Workshop?
Team Topologies liefert eine klare Sprache für Teamzuschnitte und die Zusammenarbeit zwischen Teams.
Betrachtet werden vier grundlegende Teamtypen:
- Stream-aligned Team
- Platform Team
- Enabling Team
- Complicated-Subsystem Team
Die Muster werden nicht als fertige Zielorganisation übernommen. Sie helfen dabei, Verantwortungsbereiche, Plattformen, spezialisierte Systeme und Unterstützungsbedarfe passend zum jeweiligen Value Stream zu gestalten.
Muss die Organisation für besseren Flow neu strukturiert werden?
Nein. Eine Reorganisation ist eine mögliche, aber keine zwingende Konsequenz.
Häufig lässt sich der Flow bereits verbessern, wenn Arbeit über bestehende Team- und Bereichsgrenzen hinweg sichtbar gemacht, gemeinsam priorisiert und verlässlich koordiniert wird.
Eine strukturelle Veränderung wird vor allem dann relevant, wenn Teamgrenzen, Verantwortlichkeiten oder Architektur dauerhaft zu vielen Übergaben, Wartezeiten und Abhängigkeiten führen.
Wie wird Flow im Workshop betrachtet?
Flow beschreibt, wie Arbeit vom Auslöser bis zum Kundennutzen durch den gesamten Value Stream gelangt.
Im Workshop betrachten wir unter anderem:
- Durchlaufzeiten,
- das Alter begonnener Arbeit,
- parallele Arbeit,
- Übergaben,
- Wartezeiten,
- Blockaden,
- Nacharbeit,
- Lieferhäufigkeit,
- Planbarkeit,
- Business Outcomes.
Dabei geht es nicht darum, Menschen stärker auszulasten. Untersucht wird, wo das Gesamtsystem Arbeit verzögert und unnötige Koordination erzeugt.
Ist der Workshop an SAFe oder Flight Levels® gebunden?
Nein. Der Workshop ist framework-neutral aufgebaut und beginnt mit Kundennutzen, Value Streams, Business Solutions, Systemen, Fähigkeiten, Arbeitssystemen und Flow.
In einem SAFe-Kontext können die Ergebnisse genutzt werden, um Operational und Development Value Streams zu bestimmen sowie bestehende Agile Release Trains und Solution Trains zu überprüfen.
Die Flow- und Koordinationssicht ist zugleich mit der Denklogik von Flight Levels® anschlussfähig. Der Workshop ist jedoch weder ein offizielles SAFe- noch ein offizielles Flight-Levels-Training.
Ist der Workshop für Hardware- und Softwareentwicklung geeignet?
Ja. Gerade bei komplexen Hardware- und Softwarelösungen ist eine Value-Stream-Sicht besonders hilfreich.
In solchen Umfeldern müssen häufig Hardware, Embedded Software, Anwendersoftware, Plattformen, Integration, Test, Zulassung, Betrieb und externe Lieferanten zusammenspielen.
Der Workshop berücksichtigt unterschiedliche Entwicklungs- und Releasegeschwindigkeiten, technische Meilensteine, regulatorische Anforderungen und langfristige Abhängigkeiten.
Welche konkreten Ergebnisse entstehen im Workshop?
Abhängig vom gewählten Format können unter anderem entstehen:
- eine Value-Stream-Landkarte,
- eine Business-Solution-Übersicht,
- ein System- und Abhängigkeitsbild,
- eine Zuordnung von Menschen und Fähigkeiten,
- Team- und Plattformoptionen,
- eine Koordinationslandschaft der Arbeitssysteme,
- eine Flow- und Engpassanalyse,
- ein bevorzugtes Zielbild,
- ein priorisiertes Maßnahmenbacklog.
Der Workshop schafft damit eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage für die weitere Ausarbeitung und Umsetzung.
